Montag, 18. April 2016

Let it go!

Du kennst das vielleicht. Du spürst Wut in dir aufsteigen. Du möchtest etwas … jemanden … anschreien. Mit Dingen werfen. Vielleicht nach dem Wutausbruch eine Runde schön gepflegt rumheulen, mit Rotz und Spucke. So richtig authentisch und eklig. Danach geht es dir deutlich besser!

Ich kenne das nicht.

Halt.

Nein, das ist nicht richtig. Ich kenne es nicht so.
Ich weiß nicht warum, aber ich war noch nie besonders gut darin, wütend zu sein. Ich mag es nicht. Ich mag es nicht, angeschrien zu werden, weshalb sollte ich dann schreien?! Ich mag es auch nicht, Dinge kaputt zu machen….

Ich habe heute das Staffel-5-Finale der Serie Girls gesehen. Unter anderem geht es in der einen Folge um einen Streit zwischen Jessa und Adam. Beide haben ein gemeinsames Problem, was über ihnen wabert wie ein Geist – Tobi, du weißt was ich meine ^^ – nämlich Hannah. Hannah ist oder war Jessas beste Freundin. Und Adams Ex-Freundin. Wenn es so etwas wie einen "Sis-Code" gibt, wurde der also definitiv verletzt: Du sollst nicht mit dem Exfreund deiner besten Freundin schlafen…. oder so ähnlich. Wie dem auch sein, Hannah wird immer wieder Thema und dieses Problem führt schließlich zum Streit, der komplett eskaliert. Es werden Dinge geschmissen, Türen zerschlagen, Regale umgeworfen… was immer man sich vorstellen mag. Es wird geflucht, beleidigt. Beide, Jessa und Adam, sind höchst emotional und vor allem cholerisch. Sie werden in diesem Moment damit konfrontiert, wie wütend sie eigentlich sind. Ganz grundsätzlich.

Girls, Season 5, Episode 10 (HBO)

Mich hat diese Szene sehr beeindruckt. Nicht nur, weil sie unglaublich realistisch und überzeugend dargestellt wird. Mich hat der Hintergrund, der Gedanke, beeindruckt. Dass man eben so wütend sein kann, dass es auch mal ausarten kann. Dass man mal um sich wirft und rum schreit, weil alles scheiße ist. Ich glaube, gerade rückblickend gesehen, hätte es mir mal gut getan, zumindest ein bisschen mehr Wut zuzulassen und dementsprechend auch mal rauszulassen. Und das gilt auch jetzt. Vielleicht ist es irrational, aber so vieles was wir empfinden könnte man als irrational bezeichnen. Man muss es ja nicht immer alles gleich in die Waagschale des "Großen Ganzen" legen. Wenn mich jetzt etwas wütend macht, traurig macht oder was auch immer, warum dann nicht einfach mal sagen: scheiß drauf, ich fühle das jetzt.


Let it go….eben! Und alle, die ab jetzt einen Ohrwurm haben: Bittesehr. Warum soll ich die Einzige sein, die leidet?? ;)

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