Du kennst das
vielleicht. Du spürst Wut in dir aufsteigen. Du möchtest etwas … jemanden …
anschreien. Mit Dingen werfen. Vielleicht nach dem Wutausbruch eine Runde schön
gepflegt rumheulen, mit Rotz und Spucke. So richtig authentisch und eklig. Danach
geht es dir deutlich besser!
Ich kenne das
nicht.
Halt.
Nein, das ist
nicht richtig. Ich kenne es nicht so.
Ich weiß nicht
warum, aber ich war noch nie besonders gut darin, wütend zu sein. Ich mag es
nicht. Ich mag es nicht, angeschrien zu werden, weshalb sollte ich dann
schreien?! Ich mag es auch nicht, Dinge kaputt zu machen….
Ich habe heute
das Staffel-5-Finale der Serie Girls
gesehen. Unter anderem geht es in der einen Folge um einen Streit zwischen
Jessa und Adam. Beide haben ein gemeinsames Problem, was über ihnen wabert wie
ein Geist – Tobi, du weißt was ich meine ^^ – nämlich Hannah. Hannah ist oder
war Jessas beste Freundin. Und Adams Ex-Freundin. Wenn es so etwas wie einen "Sis-Code"
gibt, wurde der also definitiv verletzt: Du
sollst nicht mit dem Exfreund deiner besten Freundin schlafen…. oder so
ähnlich. Wie dem auch sein, Hannah wird immer wieder Thema und dieses Problem
führt schließlich zum Streit, der komplett eskaliert. Es werden Dinge
geschmissen, Türen zerschlagen, Regale umgeworfen… was immer man sich
vorstellen mag. Es wird geflucht, beleidigt. Beide, Jessa und Adam, sind höchst
emotional und vor allem cholerisch. Sie werden in diesem Moment damit
konfrontiert, wie wütend sie
eigentlich sind. Ganz grundsätzlich.
Girls, Season 5, Episode 10 (HBO)
Mich hat diese
Szene sehr beeindruckt. Nicht nur, weil sie unglaublich realistisch und
überzeugend dargestellt wird. Mich hat der Hintergrund, der Gedanke,
beeindruckt. Dass man eben so wütend sein kann, dass es auch mal ausarten kann.
Dass man mal um sich wirft und rum schreit, weil alles scheiße ist. Ich glaube, gerade rückblickend gesehen, hätte
es mir mal gut getan, zumindest ein bisschen mehr Wut zuzulassen und
dementsprechend auch mal rauszulassen. Und das gilt auch jetzt. Vielleicht ist
es irrational, aber so vieles was wir empfinden könnte man als irrational
bezeichnen. Man muss es ja nicht immer alles gleich in die Waagschale des
"Großen Ganzen" legen. Wenn mich jetzt etwas wütend macht, traurig
macht oder was auch immer, warum dann nicht einfach mal sagen: scheiß drauf,
ich fühle das jetzt.
Let it go….eben!
Und alle, die ab jetzt einen Ohrwurm haben: Bittesehr. Warum soll ich die Einzige
sein, die leidet?? ;)


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