Die Mittlere
Etage
If I fell in love a thousand times,
Would it all make sense?!
Tom Odell - Sense
Ich widme mich
nun hier dem dritten und damit letzten Teil der Gedankenhaus-Reihe. Im
Gegensatz zu den vorhergehenden Teilen wird dieser hier nur ein paar Eindrücke
vermitteln, da alles andere sich zu einem Roman ausdehnen würde. Des Weiteren
ist der Beitrag verhältnismäßig (!!) unpersönlich. Warum?
Hier geht es um
die Liebe. Das Verliebtsein. Und man mag es glauben oder nicht, das ist für
mich eine sehr persönliche Angelegenheit. Und auch wenn ich viel und gerne
darüber spreche, so suche ich mir dann doch auch gerne meine
Gesprächspartner*innen aus. Meine Gedanken und Erfahrungen in diesem Bereich in
diesem Medium zu teilen, ist deshalb für mich unmöglich. Warum dann das Thema
mit rein nehmen? Nun, man kann es ja auch ein bisschen anders gestalten.
Ich habe das
Gedankenhaus gebaut, weil ich mich sortieren wollte. Ich habe dieses Haus wie
einen Menschen erscheinen lassen. Im Dachgeschoss habe ich das angesiedelt, was
mir gerade am wichtigsten sein sollte.
Also das was essentiell wichtig ist: einen Job zu haben und sich selbst
unterhalten können. Das Dachgeschoss ist der Kopf. Der Manager, der der alles
steuert.
Im Untergeschoss
habe ich mein Ich, meine Ängste und meine Erfahrungen, angesiedelt. Der Wunsch
nach mehr Bodenständigkeit, zum-Ich-stehen und das-Ich-lieben-und-akzeptieren
passt für mich gut hier hin. Denn das Untergeschoss ist keinesfalls ein Keller
oder eine Grube, in der ich etwas vergraben möchte. Es ist das was mich durchs
Leben trägt und begleitet: meine Beine und Füße, die mein Ich tragen.
Es ist deshalb
fast schon zu erwarten, wo ich die Liebe ansiedle. Das Mittlere Geschoss ist
der Körper, der Torso. Hier ist das Herz angesiedelt und wer mir jetzt Kitsch
vorwirft: immer her damit ;) Dazu muss ich jetzt auch mal stehen.
Liebe im
klassischen Sinne – wenn man das so sagen kann – beschäftigt mich seit ich ca.
12 Jahre alt bin. Ich frage mich, wie
Menschen sich verlieben. Wann das
passiert. Gibt es bestimmte Situationen, die das vorgeben?
In den letzten
Jahren habe ich einige Erkenntnisse erlangt, die vielleicht andere Menschen
nicht so sehen würden, die mir aber geholfen haben und auch immer noch helfen,
das Ganze ein bisschen besser zu verstehen.
Zum Beispiel
glaube ich, dass wir uns in bestimmten Lebens-Situationen auch in ganz
bestimmte Menschen verlieben oder "nur" vergucken, die eben gerade zu
der Situation ganz gut passen. Hast du gerade eine Trennung hinter dir und
eigentlich keine Lust auf die nächste ernste Beziehung, suchst du dir eine*n
Partner*in, der/die unnahbar genug ist, um jemals mit ihr/ihm eine emotionale
Verbindung einzugehen.
Des weiteren
sind wir ja alle Göttinseidank komplett unterschiedlich und doch unglaublich
gleich – jeder hat da sein bestimmtes Verhaltensmuster. Und das natürlich auch
in diesem Bereich. Da variiert die Skala von "unglaublich schüchtern"
zu "unglaublich selbstbewusst", und das ist auch gut so. Ich glaube
wir könnten so viel von einander lernen, würden wir uns mehr darüber
unterhalten (persönlich!) und dabei ehrlicher miteinander sein. Ich versuche,
dieser Ehrlichkeit nachzugehen und genieße es, mich mit unterschiedlichen
Menschen über das Thema "sich verlieben", verliebt sein usw. zu
unterhalten. Weil man eben doch viel gemeinsam hat, oder sich komplett
unterscheidet und sich dann Tipps geben kann. Was ich sehr schätze, ist, mich
mit dem anderen Geschlecht über solche Dinge auszutauschen, weil ich dann noch
zusätzlich lerne, über welche Dinge ich mir manchmal Gedanken mache, über die
ich mir keine Gedanken machen müsste. Übrigens hat das hier gerade nicht mit
stereotypischen Verhaltensmustern zu tun.
So viel ich auch
geflucht habe in den letzten Jahren, so oft ich Menschen zum Teufel gewünscht
habe, mich geärgert habe und die eine oder andere Träne vergossen habe, so sehr
liebe ich die Liebe. Ich finde nichts schöner, als dieses Gefühl zu haben. Ich
verbinde das wieder ganz viel mit Musik und habe mir in den letzten Jahren
meinen eigenen kleinen Soundtrack zusammen gestellt, der mich durch gute und
nicht so gute Zeiten begleitet und das ist ein schönes Gefühl. Ein Lied,
welches mich seit Jahren begleitet, ist "Sense" von Tom Odell. Ich
teile es hier nicht, weil es mir gerade
schlecht geht, sondern weil es, wenn auch recht traurig, ein wunderschöner Song
ist.
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