Donnerstag, 25. Februar 2016

Fahr weg…


Es ist Frühjahr und ich bekomme wieder großes Fernweh und "wanderlust". Ob es nun die trübe Jahreszeit Winter ist, die diese Gefühle in mir auslöst, oder einfach der Drang, mal wo anders hin zu fahren - ich weiß es nicht.

In meinem Kopf habe ich so einige spannende Reisen geplant, die aber zur Zeit aufgrund meiner aktuellen Jobsituation noch warten müssen. Es macht trotz allem unglaublich Spaß, diese Reisen zum Beispiel beim Einschlafen zu planen. Dumm nur, dass man sich manchmal so in Rage und Aufregung träumt, dass man plötzlich hellwach und aufrecht im Bett sitzt um noch zwei Stunden lang sämtliche Fakten, Sehenswürdigkeiten, Touren etc zu recherchieren. Bye bye Schlaf. Aber das Leben kann nun mal nicht warten.

Mein nächstes großes Reiseziel wird Shanghai sein. Dort möchte ich liebe Freunde besuchen, die dort zur Zeit leben. Ich wollte schon immer mal nach China, also wann wenn nicht jetzt? Nun, dafür muss natürlich erst einmal das Geld da sein und dann kann man wirklich anfangen, den Plan in die Wirklichkeit umzusetzen.

Ein weiterer großer Traum ist, für einige Wochen nach Kalifornien zu reisen, Nationalparks zu besuchen, einige Städte zu bereisen und zum Abschluss auf das Coachella Festival zu gehen. Ich werde dort wahrscheinlich das Durchschnittsalter wieder deutlich anheben, aber das ist mir egal! "California Dreaming" nenne ich Phasen, in denen ich besonders oft an diese Reisepläne denke.


                                         Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Coachella_Valley_Music_and_Arts_Festival#/media/File:Coachella_2012_weekend_2_day_2_sunset.jpg)


Auch in solchen Fällen der Träumerei kommt mir mein Optimismus sehr zugute - ich glaube ganz fest daran, dass ich es schaffe, diese Träume zu verwirklichen. Und mal ganz realistisch gesehen (igitt ^^): ich habe es ja in der Hand.

Also, weiter träumen, weiter planen und weiter daran arbeiten, dass sich was an der Jobfront tut, denn wofür arbeitet man, wenn nicht um Urlaub zu machen ;)

Jetzt geht es erstmal übers Wochenende nach Süd-Deutschland. Ich freue mich da schon wahnsinnig drauf. Ich liebe lange Zugfahrten, auf denen ich lesen, Musik hören und dabei aus dem Fenster schauen kann während sich mit der Zeit draußen die Landschaft verändert! Und ich liebe es, Menschen zu besuchen, die ich schon viel zu lange nicht gesehen habe. Also sitze ich hier jetzt ganz aufgeregt auf gepackten Sachen und kann es kaum erwarten, dass es los geht.


Emma

PS: Dieser Blogeintrag fand seine Inspiration in dem Song "Fahr weg" von Isolation Berlin (https://www.youtube.com/watch?v=5ySALumGR8k)

Mittwoch, 24. Februar 2016

Eigentlich müsste ...

Ich habe kürzlich in dem Blog eines lieben Freundes (http://doctorhilarius.blogspot.de/ - sehr empfehlenswert) sehr interessante Aspekte zum Thema glücklich sein und zum Thema "eigentlich müsste ich…" gelesen und habe mir mal meine eigenen Gedanken dazu gemacht.

Ich beobachte, nicht nur an mir sondern auch an vielen Menschen in meinem Umfeld, dass viele Sätze mit "Eigentlich", oder schlimmer "eigentlich müsste ich", begonnen werden. Dieses Wort oder diese Wortkette stellen sofort klar, dass etwas nicht läuft. Nicht so läuft, wie man es gerne hätte.

Eigentlich müsste ich viel mehr Bewerbungen schreiben.
Heißt, ich bewerbe mich, in meinen Augen, nicht genug. Aber sind das wirklich "meine Augen" oder nicht vielleicht die Augen unsichtbarer Nebenakteure, von denen ich mir einbilde, dass sie mich den ganzen Tag beobachten, mich bewerten und beurteilen? Diese Nebenakteure sind die Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die erwartet, dass ich am besten schon im Kindergarten weiß, was ich werden will. Und zwar ganz konkret. Und das habe ich dann auch bitte durchzuziehen. Schule, Studium oder Ausbildung, und ab ins Berufsleben.

Tja, das funktioniert leider nicht. Ich weiß nicht, was ich im Kindergarten werden wollte. Ich weiß, dass ich irgendwann entschieden habe, Schriftstellerin werden zu wollen ("Schriftsetzerin" nannte ich es da ^^). Die Idee finde ich bis heute auch gut und werde sie auf jeden Fall im Kopf behalten, also einen Dank an die kleine Emma.
In der Schulzeit wollte ich so einiges werden. Jedenfalls erinnere ich mich nicht an einen konkreten Plan den ich hatte. In der Oberstufe habe ich dann irgendwann entschieden, Lehrerin werden zu wollen. Also habe ich Lehramt studiert. Bis zum Bachelor, dann war Schluss. Denn plötzlich stellte sich mir die Frage, warum ich denn Lehrerin sein wollte und vor mir fuhr ein Film ab, in dem ich Jahr für Jahr immer den gleichen Rotz unterrichten müsste.** 
Also tschüss Lehramt, hallo Welt der unbegrenzten begrenzten Möglichkeiten der Geisteswissenschaft. Ich werde jetzt gar nicht zu tief in die Problematik der Jobfindung eines/einer Geisteswissenschaftlers/*in gehen, das würde hier zu weit führen. Nur eins: ja, es ist nicht einfach. Aber das ist auch immer personengebunden.
Und nun sind wir wieder bei dem "eigentlich müsste ich". Eigentlich müsste ich viel mehr Bewerbungen schreiben. Eigentlich müsste ich tagtäglich sämtliche Internetseiten abklappern, denn eigentlich müsste ich doch so schnell wie möglich was an meiner momentanen Situation ändern. Und da kommen wir zum Sahnehäubchen des "eigentlich müsste ich":

"Eigentlich müsstest DU doch…"

Wunderbar. Es ist ja nicht genug, dass man sich selber tagtäglich mit dem "eigentlich müsste ich" auseinandersetzt, nein, dann kommt manchmal von außerhalb so ein Satz angeflogen. Ich finde diesen Satz furchtbar. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass ich ihn auch schon benutzt habe und das macht es nicht besser. "Eigentlich müsstest Du doch" soll wahrscheinlich als Motivator agieren. Der Gedanke der mir da kommt ist der folgende: Wenn ich nun regelmäßig diesen Satz mir gegenüber äußerte und dazu noch andere ihn mir gegenüber äußerten, dann bin ich plötzlich so motiviert, etwas an meiner misslichen Lage zu ändern, dass ich es auch tatsächlich tue und schaffe.

Zur Zeit ist dies aber nicht der Fall. Und dazu schaut man sich das Symptom des Satzes an: "Eigentlich müsste/st ich/Du" sagt, da läuft was schief, du bist unglücklich.
Das bin ich aber nicht. Ich bin, und das kann ich tatsächlich so sagen: glücklich.
Die Wurzel des Glücklichseins befindet sich bei mir nicht darin, was ich mache, sondern wer oder was und wie ich bin. Und auch wenn die Suche nach dem Ich eine unaufhörliche ist, man nie ganz "fertig" sein wird, so kann ich jetzt für mich nicht sagen, dass ich unglücklich bin.
Ich könnte hier eine ganze Liste runter rattern mit Dingen, die noch nicht so richtig laufen, Dingen, die ich gerne ändern würde, aber die haben nichts mit MIR, mit meinem ICH zu tun. Sie tragen grundsätzlich dazu bei, ja, aber sie beeinflussen weder wie ich bin, noch wer ich bin.

Um das ganze jetzt mal abzuschließen: natürlich werde ich mich weiter mit "eigentlich müsste ich" quälen und natürlich werde ich weiter ab und zu mit dem "eigentlich müsstest du" konfrontiert werden. Das ist nun mal so. Das lässt sich nicht abstellen. Wichtig ist dabei, sich immer wieder zwischendurch zu fragen "wie geht es mir? bin ich glücklich?" - denn dann lässt es sich mit diesen Sätzen sehr viel leichter umgehen. Zu dem "eigentlich läuft alles"-Problem kommen wir dann ein anderes Mal ;)


Emma

** Dies ist keine Abwertung an den Lehrerberuf. Ich habe den höchsten Respekt vor Lehrer*innen und bin froh, dass es in dieser furchtbaren Bildungslandschaft noch Leute wie euch gibt, die ihren Job so gut machen! Ich rede hier nun von mir und meinem Empfinden, was weder mit anderen, noch so recht mit zutreffenden Fakten zu tun hat. Es war ja nur eine Vision!

Dienstag, 22. Mai 2012

Masks


                            

All people wear masks. It is just that simple. We do that. We do it to hide something. Something we wouldn't want anybody to see.
There are these balls where people wear masks because it is oh so exciting to not really see what is behind the mask. Who is behind the mask.
Jaques Lacan called this the „cultural imaginary“. The way I understand it is, when you look into the mirror, everything you see is your own interpreted image that you have of yourself. You see what you want to see, because what you see is „your life“. By looking into the mirror I see myself, acknowledge myself.

Now let's say you wear a mask. So you look into the mirror and all you see is a face wearing a mask. You are curious. You are desperate to find out what is behind the mask? Who is this person? What is he / she really like?

So, what am I really like? What are my friends really like? I said before that everyone's wearing a mask. So, do I really know what is going on with my closest friends? My family members?
And now: How much do my friends and family really know about me?

Let's say you're going through a rough patch. It's just one of these phases you're not able to shake off that easily. But what you do is: you smile! Because that's your thing. You smile. It's just so easy to smile. And a smile tells everyone: I'm ok. Your mask is this glittery, pink, happy-face. And it helps. It gets you through the day. Because, as the day ends, you made it. You kept your cool. You were happy.
At least your mask was.
And then you look into the mirror. And you imagine all the good things and all the beauty of soul into what you see in the mirror. That's the good thing about masks: You don't have to be right. It's not about truth. It's about the imaginary. What you want to see you will see. What you don't want to see doesn't exist.

But your mask is crumbling. And after staring into the mirror for a long time, the mask is gone. And what is left is you. And you don't like it. Because there is nothing glittery, nothing pink or happy about that image. And you realize: I don't want that to be me. I want to be different. But without a mask.

So, masks help us to get through a rainy day, they hide our secret feelings, shadows of the past or anything else we wouldn't want anybody to see. But we have to be able to take off that mask at the end of the day, knowing who we are, even without the safety of the mask. And we need to be happy with what we see in the mirror while taking off the mask. Because, yes, we all have our secrets, we all have our problems and we should all be allowed to hide them from other people. But we should never hide them from ourselves. We should never leave the mask on too long.