Vielleicht
kennst Du das. Eigentlich bist Du total motiviert, eine bestimmte Sache
anzugehen. Du machst Dir vielleicht sogar einen Plan, wie Du vorgehen willst.
Schritte 1-3 gelingen Dir auch problemlos. Und dann ist plötzlich Schluss. Und
Du stehst da und versuchst Dich zu erklären. Zu erklären, warum Du nicht weiter
machen kannst. Und Dir fallen die spannendsten Ausreden ein. Nee, das kann ich jetzt gerade einfach nicht
machen. Ich muss erstmal dasunddas machen. Was auch immer dasunddas ist…
Ich wollte
wieder regelmäßiger bloggen. Nicht jeden Tag, aber eben regelmäßig, vielleicht
einmal pro Woche oder so. So hab ich mir das vorgestellt. Und dann hab ich es
einfach nicht gemacht. Meine Ausrede: Ich
habe gerade sooo viel in meinem Kopf, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen
sollte! Das stimmt auch. Aber ich nehme das jetzt mal als Herausforderung
an und schreibe einfach auf, was da alles gerade im Kopf vor sich geht.
Deswegen nennt sich dieser Eintrag "Gedankenhaus". Der Begriff kam
mir in den Sinn, als ich verzweifelt versuchte, meine Gefühle und Gedanken zu
sortieren. Seit einer Weile versuche ich in einer solchen SItuation, die DInge
zu visualisieren. Also habe ich ein Haus "gebaut", in dem ich die
Dinge, die mich gerade beschäftigen, in verschiedene Stockwerke angesiedelt
habe. Damit es aber nicht zu viel zu lesen ist (und ich auch noch ein bisschen
Zeit habe ^^), habe ich den Themenkomplex Gedankenhaus in drei separate Posts
aufgeteilt. Hier kommt also Teil eins:
Dachgeschoss: Geduld ist eine Tugend
Arbeitslos zu
sein hat, wie man sich das ja denken kann, sowohl Vor- als auch Nachteile. Ich
muss gestehen, dass ich es bisweilen sehr genossen habe. Ich hatte und habe
viel Zeit für meine Freunde, ich kann ausschlafen und ich kann all meinen
Suchten frönen. Das ist zuerst schön, dann ist es ganz nett und dann wird es
fast schon gefährlich. Die Gefahr besteht darin, dass man
"versumpft", was so viel heißt wie, sich diesem Nichtstun hinzugeben
und es fast schon ein bisschen zu sehr zu genießen.
Die ersten
Monate der Arbeitslosigkeit lassen sich in drei Phasen einteilen. Phase eins: yeah, hallo Nichtstun!! Ich mach einfach was
ich wihiillll! Ich kann den ganzen Tag Serien gucken! Ich kann mich mit
Freunden treffen! Mein Leben ist so geil, so kann es bleiben!!! Phase zwei:
Hm… Eigentlich müsste ich mal was tun.
Ich kann ja mal ein paar Bewerbungen schreiben. Irgendwie hab ich kein Geld.
Und will mal wegfahren. Und alle arbeiten außer mir. Das ist doch doof. Ich
mach jetzt was. Phase zwei b: Hab
mich beworben. Ich bin so toll. Jetzt darf ich auch nichts tun! Phase drei:
Es reicht. Mir ist langweilig. Ich
brauche was zu tun. Ich möchte einen Job haben. Ich möchte jetzt mal erwachsen
sein!
Das hört sich
jetzt alles ganz amüsant an, ist aber zwischendurch echt anstrengend. Da hilft
es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Und sich ins Gedächtnis rufen, dass
"il dolce far niente" zwar ganz nett ist, aber einen in keiner Weise
vorwärts bringt. Jetzt ist nicht die Zeit fürs Stehen bleiben.
Ich gebe mir
Mühe, mich immer wieder daran zu erinnern, was ich denn eigentlich mit meinem
Leben vor habe und was ich dafür brauche und was ich dafür tun muss. Und das
Einzige, was ich jetzt gerade brauche, ist eine ordentliche Portion Geduld. Das
Warten auf die Rückmeldungen zu Bewerbungen verlangt einem so einiges ab. Das
Kopfkino ist dauernd an, man neigt dazu, Pläne zu schmieden, die sich so
schnell noch gar nicht in die Wirklichkeit umsetzen lassen. So eine Rückmeldung
kann, je nach Behörde, eine ganze Weile dauern.
Was macht man
also in der Zeit, in der man ungeduldig wartet? Am Besten einfach genau das,
was man auch schon vorher gemacht hat, nur dieses Mal mit einem guten Gewissen.
Ich lenke mich also ab, schaue Serien, treffe mich mit Freunden und bilde mich
weiter. Und übe mich darin, Geduld zu haben und darauf zu bauen, dass da schon
was kommt.
Schön geschrieben! Ich kann Dich so gut verstehen. Und das Bloggen hilft, aus der Not ne Tugend zu machen, weil man seine Zeit produktiv verbringt ;)
AntwortenLöschenHallo Emma. Du schreibst sehr scön. Ich verstehe meistens.(Entschuldigung, mein Deutsch ist leider nicht so gut)
AntwortenLöschenVielen Dank! Wenn Du etwas nicht verstehst, kann ich es Dir auch gerne übersetzen! :) Und Dein Deutsch ist schon sehr gut!
LöschenJa, diese "blöde Arbeitslosigkeit". Am meisten genießt man sie in der Theorie oder wenn man weiß wann es mit dem "neuen" Job weitergeht. Ich kenn das nur zu gut.
AntwortenLöschenAls Ansporn fürs Blogge - wenn man eine große Reichweite (=viele Leser) erreicht, kann man auch damit Geld verdienen.
LG Lexi