Montag, 21. März 2016

Gedankenhaus

Vielleicht kennst Du das. Eigentlich bist Du total motiviert, eine bestimmte Sache anzugehen. Du machst Dir vielleicht sogar einen Plan, wie Du vorgehen willst. Schritte 1-3 gelingen Dir auch problemlos. Und dann ist plötzlich Schluss. Und Du stehst da und versuchst Dich zu erklären. Zu erklären, warum Du nicht weiter machen kannst. Und Dir fallen die spannendsten Ausreden ein. Nee, das kann ich jetzt gerade einfach nicht machen. Ich muss erstmal dasunddas machen. Was auch immer dasunddas ist…
Ich wollte wieder regelmäßiger bloggen. Nicht jeden Tag, aber eben regelmäßig, vielleicht einmal pro Woche oder so. So hab ich mir das vorgestellt. Und dann hab ich es einfach nicht gemacht. Meine Ausrede: Ich habe gerade sooo viel in meinem Kopf, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen sollte! Das stimmt auch. Aber ich nehme das jetzt mal als Herausforderung an und schreibe einfach auf, was da alles gerade im Kopf vor sich geht. Deswegen nennt sich dieser Eintrag "Gedankenhaus". Der Begriff kam mir in den Sinn, als ich verzweifelt versuchte, meine Gefühle und Gedanken zu sortieren. Seit einer Weile versuche ich in einer solchen SItuation, die DInge zu visualisieren. Also habe ich ein Haus "gebaut", in dem ich die Dinge, die mich gerade beschäftigen, in verschiedene Stockwerke angesiedelt habe. Damit es aber nicht zu viel zu lesen ist (und ich auch noch ein bisschen Zeit habe ^^), habe ich den Themenkomplex Gedankenhaus in drei separate Posts aufgeteilt. Hier kommt also Teil eins:

Dachgeschoss: Geduld ist eine Tugend

Arbeitslos zu sein hat, wie man sich das ja denken kann, sowohl Vor- als auch Nachteile. Ich muss gestehen, dass ich es bisweilen sehr genossen habe. Ich hatte und habe viel Zeit für meine Freunde, ich kann ausschlafen und ich kann all meinen Suchten frönen. Das ist zuerst schön, dann ist es ganz nett und dann wird es fast schon gefährlich. Die Gefahr besteht darin, dass man "versumpft", was so viel heißt wie, sich diesem Nichtstun hinzugeben und es fast schon ein bisschen zu sehr zu genießen.

Die ersten Monate der Arbeitslosigkeit lassen sich in drei Phasen einteilen. Phase eins: yeah, hallo Nichtstun!! Ich mach einfach was ich wihiillll! Ich kann den ganzen Tag Serien gucken! Ich kann mich mit Freunden treffen! Mein Leben ist so geil, so kann es bleiben!!! Phase zwei: Hm… Eigentlich müsste ich mal was tun. Ich kann ja mal ein paar Bewerbungen schreiben. Irgendwie hab ich kein Geld. Und will mal wegfahren. Und alle arbeiten außer mir. Das ist doch doof. Ich mach jetzt was. Phase zwei b: Hab mich beworben. Ich bin so toll. Jetzt darf ich auch nichts tun! Phase drei: Es reicht. Mir ist langweilig. Ich brauche was zu tun. Ich möchte einen Job haben. Ich möchte jetzt mal erwachsen sein!

Das hört sich jetzt alles ganz amüsant an, ist aber zwischendurch echt anstrengend. Da hilft es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Und sich ins Gedächtnis rufen, dass "il dolce far niente" zwar ganz nett ist, aber einen in keiner Weise vorwärts bringt. Jetzt ist nicht die Zeit fürs Stehen bleiben.
Ich gebe mir Mühe, mich immer wieder daran zu erinnern, was ich denn eigentlich mit meinem Leben vor habe und was ich dafür brauche und was ich dafür tun muss. Und das Einzige, was ich jetzt gerade brauche, ist eine ordentliche Portion Geduld. Das Warten auf die Rückmeldungen zu Bewerbungen verlangt einem so einiges ab. Das Kopfkino ist dauernd an, man neigt dazu, Pläne zu schmieden, die sich so schnell noch gar nicht in die Wirklichkeit umsetzen lassen. So eine Rückmeldung kann, je nach Behörde, eine ganze Weile dauern.


Was macht man also in der Zeit, in der man ungeduldig wartet? Am Besten einfach genau das, was man auch schon vorher gemacht hat, nur dieses Mal mit einem guten Gewissen. Ich lenke mich also ab, schaue Serien, treffe mich mit Freunden und bilde mich weiter. Und übe mich darin, Geduld zu haben und darauf zu bauen, dass da schon was kommt.

4 Kommentare:

  1. Schön geschrieben! Ich kann Dich so gut verstehen. Und das Bloggen hilft, aus der Not ne Tugend zu machen, weil man seine Zeit produktiv verbringt ;)

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Emma. Du schreibst sehr scön. Ich verstehe meistens.(Entschuldigung, mein Deutsch ist leider nicht so gut)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank! Wenn Du etwas nicht verstehst, kann ich es Dir auch gerne übersetzen! :) Und Dein Deutsch ist schon sehr gut!

      Löschen
  3. Ja, diese "blöde Arbeitslosigkeit". Am meisten genießt man sie in der Theorie oder wenn man weiß wann es mit dem "neuen" Job weitergeht. Ich kenn das nur zu gut.

    Als Ansporn fürs Blogge - wenn man eine große Reichweite (=viele Leser) erreicht, kann man auch damit Geld verdienen.

    LG Lexi

    AntwortenLöschen