Musik
Es ist erstaunlich, was Musik alles kann.
Sie berührt, sie
betäubt, sie erfreut, sie tröstet, sie macht Spaß, sie will tanzen. Seit Jahren
wird mein Leben von Musik begleitet. Ob ich sie selber mache oder sie höre, sie
ist immer bei mir. Und ich will sie niemals missen müssen.
Ich möchte unterstellen, dass es vielen so geht, wie ich es
im Folgenden beschreiben werde:
In meinem Leben gibt es bestimmte Lieder für bestimmte
Situationen oder Gefühls-Zustände. Grundsätzlich höre ich, wenn es mir
besonders gut geht, fröhliche und schnelle Musik. Musik zum Tanzen. Wenn ich
traurig bin, höre ich ruhige Musik, entweder Klassik oder, wenn es ganz schlimm
ist, traurige Balladen. Wenn ich wütend bin, höre ich Rock. Und das ganz laut.
Was Musik - bestimmte Lieder vor allem - aber auch kann,
ist, Erinnerungen zu wecken.
Ich habe ja schon mal berichtet, wie gerne ich Bus/Zug
fahre. Bei solchen Fahrten höre ich viel Musik. Ich erschaffe mir dann meine
eigene, kleine Welt, meine "Bubble". Während ich Musik höre und aus
dem Fenster schaue, tauche ich in diese Welt ein und lasse mich von meinen
Tagträumen wegtragen. Das sind natürlich schöne Träume, die mich sehr glücklich
machen.
Im Dezember habe ich in einem Laden in Neumünster gejobbt
und hatte eine relativ lange Anreise, die ich für eben genau das genutzt und
geliebt habe. Die Zeit dort war sehr anstrengend und ich denke nur sehr ungern
an sie zurück. Allerdings habe ich auf der Busfahrt ein Lied besonders oft
gehört: "The Ghost Inside" von den Broken Bells.
Mit dem Song verbinde ich sehr schöne Tagträume und ein
pures Glücksgefühl. Es ist ein recht fröhliches Lied und ich habe mich sowohl
morgens auf der Hinfahrt, als auch (vor allem) Abends nach Feierabend,
unglaublich gefreut, es "gleich im Bus" zu hören. Gerade weil die
Zeit nicht schön war, brauchte ich meine Tagträume sehr. Die Luftschlösser, die
Gedanken an einen bestimmten Menschen, das alles hat bewirkt, dass ich mich
besser fühlte. Mein Herz schlug schneller und ich habe mich oft dabei erwischt,
wie ich einfach da saß im Bus, raus schaute und aus vollstem Herzen lächelte.
Seit Dezember habe ich dieses Lied allerdings gemieden. Immer
wenn es durch Zufall in meiner Playlist lief, habe ich auf "weiter"
geklickt. Schon bei den ersten Tönen kam die Erinnerung wieder. Aber leider
nicht die Erinnerung an die Fahrten und die Tagträume, sondern an die Arbeit.
Als ich heute im Bus saß und aus dem Fenster schaute, hatte
ich dann plötzlich das Bedürfnis es zu hören. Und dieses Mal hat es
funktioniert. Die Gefühle - die guten - waren wieder da. Auch jetzt, während
ich diesen Beitrag schreibe, läuft es im Hintergrund. Und es geht mir gut.
Es ist erstaunlich, was Musik alles kann.
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